Motion eingereicht: Zentralpark schaffen als grüne Oase gegen den Klimawandel

An der Gemeinderatssitzung vom 01.02.2022 hat die SP-Fraktion folgende Motion eingereicht:

Antrag

Die Stadtverwaltung wird ersucht, die Realisierung einer zentralen Parkanlage, innerhalb des Gebiets Central-/Quartier-/Kirchstrasse zu erwirken, welche für die Öffentlichkeit zugänglich ist und als Durchgang für Fussgänger und Velofahrer dient. Das Gebäude der Milchgenossenschaft „ Chäsi“ soll erhalten und in den Park per Nutzungskonzept integriert werden. Mit der Eigentümerschaft der Däster-Schild Villa soll über eine Einbindung und Öffnung zum Park, ein Leistungsvertrag für die Umnutzung oder über einen Kauf verhandelt werden.

Begründungen

Drohender Verlust des kulturellen und baugeschichtlichen Erbes

Unser kulturelles und baugeschichtliches Erbe – im Besonderen der Stadtkern –  ist bedroht, denn mit dem Anspruch des verdichteten Bauens ist die Bautätigkeit massiv gestiegen. Die Gefahr von einem weiteren Verlust von Gebäuden im Ortskern Grenchens ist akut. Der Kern muss bewahrt werden. Denn noch immer schmerzlich in Erinnerung sind die Verluste der Alten Post, Burgunderhalle, Schildvilla, heute Schildpark, um nur einige zu nennen.

Die Däster-Schild Villa könnte einer Überbauung weichen. Das Gebäude gehörte Pauline und Adolf Schild-Hugi, einem Vorkämpfer für die Grenchner Uhrenindustrie. Für die Umnutzung sind verschiedene Möglichkeiten zu prüfen. Bestenfalls ist eine öffentlich oder zumindest halböffentliche Nutzung vorzusehen. Die Umnutzung könnte in Richtung Kulturzentrum (für Ausstellungen und Anlässe der Düster-Schild Stiftung), Begegnungs- und Familienzentrum (Treffpunkt für verschiedene Generationen, bespielt von Vereinen), Restaurant, Café, Bed & Breakfast oder ähnlichem gehen.

Die alte Milchgenossenschaft an der Centralstrasse droht einer Strasse weichen zu müssen. Das vom Grenchner Architekten Carl Burkhard (1927 bis 1928) entworfene Gebäude ist stadtgeschichtlich relevant und eines seiner schönsten Objekte. Carl Burkhard wird im aktuellen Grenchner Jahrbuch seines 50. Todestags gedacht. Der Erhalt dieses Gebäudes würde im Zusammenhang mit dem Park neue Möglichkeiten schaffen. Die „Chäsi“ soll als Laden oder Bistro als ein Bestandteil des Grenchner Stadtbilds erhalten bleiben.

Den Wakkerpreis erhielt Grenchen 2008 zurecht. Die Jury hielt insbesondere fest, die Stadt wisse „die vielfältigen Aufwertungen des öffentlichen Raums, die sorgsame Weiterentwicklung der gebauten Stadt und den respektvollen Umgang mit den zahlreichen Bauten der Nachkriegszeit“ zu würdigen. Ist dies heute noch der Fall?

Grüne Oase gegen Klimawandel

Langfristige klimapolitische Raumplanung zwingt uns dazu Grünzonen in Innenstädten einzuplanen. Ziel ist es im Kern weniger Beton zu verbauen dafür mehr Bäume zu setzen. Für die Bevölkerung und insbesondere für die Anwohnenden wird der angedachten Zentralpark ein kühlendes Element mitten in der Stadt sein. Die Umgebenden Wohnsiedlungen profitieren von dieser Oase. Es wird ein Begegnungsort und ein Anziehungspunkt für Jung und Alt. Dieser Zentralpark wertet die Innenstadt auf. Auch die Studie “Grenchen Entwurfsstudio FS 2013“ kommt zum Schluss: „Grünflächen könnten als Treffpunkte genutzt werden und so die Identität der Quartiere stärken. Dies würde die Stadt für potentielle Zuzügler attraktiver machen und das Image Grenchens aufwerten.“(S.121) Im Weiteren wird in der Studie in drei Etappen die Entstehung dieses Parks aufgeführt. (S. 374 –S. 381)

Repräsentativer Ort und Langsamverkehrsverbindung 

Die Schaffung des Zentralparks ist eine einmalige Chance unsere Innenstadt aufzuwerten. Ein Park, eine Erweiterung mit Strahlkraft, mit repräsentativer Funktion, für Gäste, die vom Bahnhof Grenchen Nord in die Stadt spazieren, werden über die Dichte der internationalen Firmen staunen. Der Park würde als Verbindungsort der Grenchner Industrie dienen, von der ETA zur Titoni, der Uhrenfabrik Michel und Eterna an der Schützengasse. Ein Fussgänger- und Veloweg bildet einen Mehrwert für die Bevölkerung und die Pendler.

Erstunterzeichner: Michael Schlup, Ersatz-Gemeinderat

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