Stadtpark soll zu einem Naturerlebnis- und Erholungsraum werden

Die Baudirektion hat schon seit zwei Jahren im Sinn, den Stadtpark Grenchen aufzuwerten und aufzufrischen. Das Projekt wurde zweimal aus dem Budget gestrichen und wurde bisher nie dem Gemeinderat vorgestellt. Die SP findet es nötig, über die Zielsetzungen bei einem Projekt dieser Dimension zu diskutieren, damit ein qualitätsvolles und passendes Projekt zeitnah umgesetzt werden kann. Deshalb hat die SP am 17. Mai folgende Motion im Gemeinderat eingereicht, um unsere Position klar zu stellen:

Motionstext

Die Stadt Grenchen soll den Stadtpark Grenchen als Naturerlebnis- und Erholungsraum umgestalten. Der Park soll an heutige Ansprüche an den öffentlichen Raum angepasst werden, damit er erstens gezielt zur Erholung der Bevölkerung und zur Sensibilisierung für den wertvollen Naturraum beiträgt. Zweitens soll er vorausschauend  an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst werden, damit dies nicht zu spät und mit hohen Folgekosten nachgeholt werden muss, sowie zur biologischen Vielfalt in der Stadt beitragen.

Begründung

Eine Gemeinde ist heutzutage gefordert, für die Bevölkerung, Flora und Fauna genügend Freiräume zur Verfügung zu stellen und ihre Grünflächen den klimatischen Veränderungen rechtzeitig anzupassen.

Jeder erkennt rasch, dass der Stadtpark in die Jahre gekommen ist, überwachsen ist und an gewissen Stellen sogar schäbig wirkt. In den letzten Jahren wurden viele Dinge abgebaut: Bäume gerodet ohne konkreten Grund, Spielplatz abgebaut ohne direkten Ersatz, gewisse Abfalleimer nicht ersetzt, Blumenrabatten durch Rasenflächen ersetzt, alles ohne Rücksicht auf die dadurch generierten zukünftigen Kosten in Form von Investitionsstaus und Attraktivitätseinbussen für die Stadt. Eine gezielte strategische Langzeitplanung wurde klar vermisst. Vor zwei Jahren hat die Verwaltung zwar einem Landschaftsarchitekten einen Auftrag für eine vage Neugestaltung erteilt, aber zum einen mit keinen konkreten Zielvorgaben, zum anderen ist zeitlich noch nicht klar, wann das Projekt realisiert werden kann (Budget) und wie lange es dauern wird (Anzahl Etappen). Naturnahe Erholungsräume auf Stadtgebiet werden jedoch immer wichtiger und müssen in Anbetracht des Hitzeproblems und des Klimawandels viel mehr Priorität erhalten!

Nun soll der Stadtpark eine Aufwertung erfahren mit folgenden konkreten Zielen: 

Erholung & geregelter Treffpunkt 

  • Der Park dient allen Altersgruppen der Bevölkerung als Erholungsraum im Stadtgebiet. Er bietet mehr Möglichkeiten als jetzt für Spaziergänge, Bewegung und Erholung. Er bietet mehr Sitz- und Aufenthaltsgelegenheiten und besonders solche im Schatten. 
  • Die Zugänge zum Park sollen klar markiert werden, damit klar ist, wo das Gebiet des Stadtparks beginnt und wo es endet.
  • Die Verhaltensregeln im Park sollen an allen Eingängen klar ersichtlich sein (Spielplatzregeln, Nachtruhe, Hunde an der Leine führen).
  • Der Park soll klarer gegliedert werden in Aufenthalts- und Spielzonen auf der einen, sowie Zonen für Flora    und Fauna auf der anderen Seite. 
  • Durch Rodungen gewisser unterdessen sehr gross gewachsener Büsche (wie Buchsbaum) und einer teilweisen Neupflanzung mit einheimischen Büschen, wirkt der Park von allen Seiten offener, freundlicher und sicherer. 
  • Die Terrassenbereiche rund um das Restaurant Parktheater und der Spielplatzbereich sind attraktiver gestaltet, so dass es noch mehr Freude macht, auf der Terrasse des Parktheaters zu verweilen und ein Anzugspunkt geschaffen werden kann.

Klimawandel & Ausweitung der biologischen Vielfalt

  • Mehr Bäume, welche sich auch mit wärmeren und trockeneren Sommern in Grenchen noch wohlfühlen, sollen an den richtigen Stellen gepflanzt werden.
  • Zusätzliche Wasserelemente und Feuchtgebiete sollen geprüft werden (Biotop).
  • Alle invasiven Neophyten gilt es zu roden. Bei der Bepflanzung soll ein besonderer Fokus auf Pflanzen gelegt werden, welche die Biodiversität fördern. 
  • Gezielt geplante Bereiche für die Sensibilisierung mit einfachen Infotafeln bringen der Bevölkerung den Naturerlebnisraum nahe (Insektensterben: Wildbienenhotel neben Blumenwiese, Artenvielfalt durch einheimische Pflanzen, Nisthilfen, Totholzhaufen, Steinmauer für Eidechsen, Hochstammbäume, Biotop, Kompost, etc.) Hier ist eine Kooperation mit Schulklassen, welche einzelne Bereiche gestalten oder Privatpersonen, welche gezielt Neophyten entfernen, denkbar.
  • Die Beleuchtung wird zeitgemäss und mit den notwendigen Lichtschutzmassnahmen umgesetzt. Für die Tiervielfalt sind neue Lampensysteme, d.h. Massnahmen gegen Lichtverschmutzung notwendig. 

Alles in allem soll der Stadtpark als Leuchtturmprojekt zu einem Park für alle – Mensch, Tier und Pflanzenwelt – umgestaltet werden, der von allen genutzt werden kann. 

Ersatzgemeinderat Michael Schlup hat dazu einige Bilder gemalt:

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