«Nid trötzele» - in die Zukunft schauen

Die Gemeinderatswahlen 2017 in der Stadt Grenchen sind Tatsache. Als Parteipräsident und Fraktionschef der SP Grenchen übernehme ich die Verantwortung für den unerwarteten Sitzverlust der Sozialdemokratischen Partei Grenchen. Der Sitzverlust schmerzt, macht persönlich betroffen. Mit der Abwahl von Clivia Wullimann werden wir eine profilierte Frau weniger im Gemeinderat haben, die sich für Vereinbarkeit von Familie und Beruf engagiert einsetzt.

Als ehemaliger Leichtathlet und Orientierungsläufer habe ich viele Erfahrungen mit Niederlagen. Eine falsche Taktik, sei es als Mittelstreckenläufer, oder eine nicht optimal umgesetzte Routenwahl mit der OLKarte im Gelände - und der erhoffte Erfolg ist weg. Niederlagen im Sport haben mich aber auch viel gelehrt: Frust verarbeiten, Fehler analysieren und sich neu motivieren. Ähnlich ist es auch in der Politik: es gilt nun über die Bücher zu gehen, sich den Gegebenheiten zu stellen und dann vorwärts zu schauen. Als wiedergewählter Gemeinderat habe ich für die SP Grenchen meine Kandidatur als Vize-Stadtpräsident an den Parteiengesprächen vom letzten Montag in diesem Sinne aufrecht erhalten.

Noch ist Frust verarbeiten angesagt, ich bin aber überzeugt, die neue Fraktion der SP Grenchen wird sich weiterhin motiviert zu wichtigen Themen für die Stadt einsetzen. Sei es für eine attraktive Wohnstadt im Grünen, für die Bildung und das soziale Engagement, für nachhaltige Verkehrs- und Energielösungen, für eine nachhaltige Bodenpolitik, für attraktive Arbeitsbedingungen sowie für eine bürgernahe Verwaltung und einen ausgeglichen Finanzhaushalt!

Bedenklich ist für mich als Präsident der SP Grenchen die wiederum sehr schlechte Stimmbeteiligung bei den Wahlen in der Stadt Grenchen. Waren es bei den Gemeinderatswahlen im Jahr 1981 noch 47.25 % sind wir heute bei einer Beteiligung von 30.82 % angelangt. Auch bin ich sehr überrascht, dass die Stadt Grenchen mit dem Energielabel die Energievorlage mit 56.83 % abgelehnt hat. Es ist ein wichtiges Zeichen für alle Parteien in der Stadt, dass die Information und die damit verbundene Mobilisierung der Bevölkerung von Grenchen verbessert wird. Es kann doch nicht sein, dass die Stadt Grenchen im Kanton Solothurn bei Wahlen oder Abstimmungen oft im unteren «Teilnehmerfeld» platziert ist.

Doch ich bin zuversichtlich, dass die zahlenmässig und personell gute Besetzung der Stadt Grenchen im Kantonsrat zu einer breiteren Vernetzung mit der Bevölkerung und dem Kanton Solothurn beiträgt.

Doch ich bin zuversichtlich, dass die zahlenmässig und personell gute Besetzung der Stadt Grenchen im Kantonsrat zu einer breiteren Vernetzung mit der Bevölkerung und dem Kanton Solothurn beiträgt.

Remo Bill, Präsident und Fraktionschef SP Grenchen

Erschienen im Grenchner Tagblatt vom 24.5.2017

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